Zwischen Schreibtisch und Stall
- Isabella Hillmayr
- 19. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Zwischen Schreibtisch und Stall

Tagesstimmung zur Zeit... etwas mürrisch ungeduldig, kalt und hoffnungsvoll zugleich.
Ich sitze am Schreibtisch und weiß, dass ich hier nicht lange bleiben werde.
Draußen wartet die Arbeit.
Der Winter ist zurückgekommen. Nicht überraschend, aber unerwünscht.
Nachts frieren die Wasserschläuche, morgens liegt eine dünne Eisschicht auf den Tränken. Das kostet Zeit. Und Kraft.
Der alte Pelletofen ist wieder kaputt. Der neue steht noch verpackt auf der Terrasse.
Er hilft niemandem, solange er dort steht. Wir warten auf den Installateur. Wie so oft warten wir.
Wenn es kalt wird, verändert sich alles ein wenig.
Die Katzen liegen dichter beieinander, suchen die Heizdecken und die Rotlichtlampen.
Die Hühner verschwinden tief im Stroh oder sitzen eng gedrängt auf den Stangen.
Die Hunde bewegen sich weniger.
Die Schafe merken kaum etwas davon.
Gleichzeitig wird es morgens lauter.
Die Vögel beginnen früh. Zu früh.
Die Gänse melden deutlich, dass sie finden, man könnte schneller sein.
Der Pfau hält den Zeitpunkt für geeignet, um mit der Balz zu beginnen. Er ist anderer Meinung als ich.
Es gibt immer etwas, das Aufmerksamkeit braucht.
Eine Henne mit Pendelkropf.
Eine andere mit starkem Läusebefall.
Eine Katze mit einer alten Verletzung, die bleiben wird.
Und dann die Entscheidungen, die nicht sichtbar sind.
Adoptionsanfragen prüfen.
Manche passen. Manche nicht.
Absagen gehören dazu, auch wenn sie schwerfallen.
Schreiben gehört ebenfalls dazu.
Nicht als Ersatz für die Arbeit draußen, sondern als Teil davon.
Ein kurzer Moment, um festzuhalten, was sonst einfach weiterläuft.
Gleich gehe ich raus.
Der Tag ist noch lang.









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