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Warum der griechische Winter für Tiere so schwer ist


Viele glauben, Winter sei dort schlimm, wo Schnee liegt.

Dort, wo es friert. Dort, wo die Temperaturen weit unter null fallen.

Griechenland passt nicht in dieses Bild.

Ein paar Plusgrade. Regen. Wind.

Das klingt harmlos – besonders im Vergleich zu Ländern wie Rumänien.

Aber genau darin liegt das Problem.

Der Unterschied ist nicht die Zahl auf dem Thermometer.

Es ist die Art der Kälte.

Schnee ist kalt, aber er ist trocken.

Er isoliert. Er deckt den Boden ab, hält Temperaturen relativ konstant. Tiere können sich eingraben, unter Schnee Schutz finden. Ihr Fell bleibt trocken. Und trockenes Fell schützt.


Trockene Kälte entzieht dem Körper langsamer Wärme.

Solange ein Tier noch Kraft hat, Nahrung findet, nicht völlig geschwächt ist, kann es selbst bei deutlichen Minusgraden länger überleben, als viele denken.


Der griechische Winter funktioniert anders.

Hier ist es selten richtig kalt – aber fast immer nass.

Regen, der tagelang nicht aufhört. Hohe Luftfeuchtigkeit. Wind, der durch alles hindurchzieht.

Nasses Fell isoliert nicht.

Es gibt die Körperwärme unaufhörlich ab.

Der Wind verstärkt das noch.

Ein Tier kann bei +5 Grad, nass und windig, schneller auskühlen als bei –10 Grad trockener Kälte.

Dazu kommt, dass diese Kälte nicht klar ist.

Sie kommt nicht plötzlich und geht wieder.

Sie bleibt.


Es gibt kaum trockene Rückzugsorte für Straßentiere.

Viele Gebäude sind feucht, zugig, kalt.

Kein Stroh. Keine isolierten Böden. Kein Ort, der wirklich wärmt.

Und dann ist da der Hunger.



Im Winter gibt es weniger Abfälle, weniger Futterstellen, weniger Nachsicht.

Ohne Nahrung kann der Körper keine Wärme erzeugen.

Dann reichen schon niedrige Plusgrade aus, um tödlich zu werden.

Viele Tiere sterben hier nicht an einem einzelnen kalten Tag.

Sie sterben an der Summe.

An Nässe.

An Wind.

An Hunger.

An Erschöpfung.

Leise.

Unauffällig.

Ohne dass es jemand merkt.


In Ländern mit Schnee ist Winter sichtbar.

Man reagiert. Baut Schutz. Holt Tiere rein. Bereitet sich vor.

Der griechische Winter wird unterschätzt.

Jedes Jahr aufs Neue.

Nicht weil er milder ist.

Sondern weil er nass ist.

Und weil genau das für Tiere oft schlimmer ist als Frost.

Das ist der Winter, von dem kaum jemand hört.



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